Programm

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Termin Informationen:

  • Fr
    30
    Nov
    2018

    Weiblichkeit als projizierte Natur - Das Geschlechterverhältnis in der Kritischen Theorie

    19:30Hörsaal B (UniCampus, Altes AKH)

    Vortrag von Carolin Cyranski

    Die Kritische Theorie wird aufgrund der für Individuum und Gesellschaft unentrinnbaren Fatalität ihrer Analyse von verschiedenen Seiten oft als unzureichend und exkludierend kritisiert. Die eigentlich zivilisatorische Konstruktion von Geschlecht, die auch Adorno und Horkheimer betonten, bleibt dabei oft unerwähnt. In der Dialektik der Aufklärung erzwingt die gesellschaftlich-ökonomische Notwendigkeit von Männlichkeit, ein Synonym für Triebversagung und Selbstbeherrschung, ihren Gegenbegriff in Form von naturnaher Weiblichkeit. In die Frau als Verkörperung von körperlicher sowie geistiger Schwäche wird alles verlagert, was der sich selbst stets bezwingende Mann zugleich ersehnt und verachtet. Gleichzeitig wechseln sich die Furcht und Verachtung der Frau gegenüber ab. Aufbauend auf dem von Karin Stögner herausgearbeiteten Geschlechterverhältnis in der Kritischen Theorie lohnt sich hier insbesondere der Blick auf das Bild der Prostituierten in der Gesellschaft. Laut Karin Stögner besetzt die Prostituierte eine uneindeutige, sogar widersprüchliche Position zwischen Männlichkeit und Weiblichkeit. Auf dieser Grundlage kann ein vertiefender Einblick in die Dialektik des Geschlechterverhältnisses gegeben werden kann. Es wird herausgearbeitet, inwieweit die Dialektik des Subjekts Mann und der mystifizierten, naturbehafteten Frau nicht nur nebenbei erwähnte Exkurse der Kritischen Theorie, sondern der ihr zugrundeliegende Effekt zivilisatorischer Entfremdung sind.